Ursulinenschule Fritzlar

Comenius Projekt - Finnland



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urück vom „Top of the world“ -

„Hola, bonjour, hello, hallo“ und vor allen Dingen: „päivää“

So lautete die Begrüßung bei unserer Ankunft in Oulu, Finnland, wo wir eine Woche an der Myllytulli-Schule verbrachten.

Der Schwerpunkt dieser relativ kleinen Schule (ca. 450 Schüler, 40 Lehrer) liegt in den Bereichen Kunst und Sprachen. Da passte es natürlich besonders gut, dass wir mit unseren europäischen Partnern zusammen ein Kunstprojekt gestalteten. In allen Ländern war bereits in verschiedenen Projekten zum Thema „Cuisine in art“ gearbeitet worden (z.B. zum Künstler Archimboldo), die Ergebnisse wurden in verschiedenen Präsentationen vorgestellt.

Jetzt befassten wir uns mit den Esskulturen der anderen Nationen: In fünf gemischten Nationen-Gruppen, hatten wir die Aufgabe, ein landestypisches Menü mit Vorspeise, Haupt- und Nachspeise mit Farben auf Tellern „anzurichten“. So wurde beispielsweise das Gesicht der Queen, die nun mal für Großbritannien steht, auf einem Teller aus verschiedenen Gemüsearten gestaltet. Da war natürlich unserer Kreativität gefragt.

Ein weiteres Projekt war die „Great depression - 1929 -1932“ (Weltwirtschaftskrise), die von den einzelnen Schulen auch wieder zuhause vorbereitet worden waren. Was das mit dem Comenius-Thema zu tun hat? Nun, es ging um die Auswirkungen, die diese Krise letztendlich auf die Ernährung der Menschen hatte. Die Finnen hatten das Thema auf den Plan gebracht, da hier die Auswirkungen  auf die Ernährung besonders zu spüren waren. So wurde ein Abendessen im Stil der „Great depression“ durchgeführt. Es gab eine karge, aber interessante „Knochensuppe“, glücklicherweise anschließend noch Hering, der zu den typisch finnischen Landesgerichten gehört, und weitere Köstlichkeiten. Der finnische Schulleiter erschien in lappländischer Tracht, begleitet von einem als Schmuggler verkleideten finnischen Lehrer. Durch ihr szenisches Spiel erhielten wir einen Einblick in die Verhältnisse der ausgehenden 20er Jahre des letzten Jahrhunderts.

Neben der gemeinsamen Arbeit überprüften wir, ob sich einige Vorurteile über die Finnen bestätigten. Widerlegt wurde das Vorurteil der eher kontaktscheuen, wortkargen Finnen. Wir wurden herzlichst von unseren so gar nicht stummen Gastfamilien empfangen. Bestätigt wurde, dass es in jeder Wohnung bzw. in jedem Haus eine Sauna gibt. Zum Frühstück isst der Finne gerne Haferbrei. Das ist bei uns eher selten, oder? Aber vielleicht hängt das mit der Kälte in Finnland zusammen. Wir staunten nicht schlecht, dass die noch so beißende Kälte die Finnen nicht von ihrer Begeisterung, Fahrrad zu fahren, abhalten kann. Viele Schüler und Lehrer fahren die Strecke zur Schule (bis zu 10 km) mit dem Rad, erst ab einer Temperatur von -30 Grad steigen sie auf den Bus um. Daran könnten sich die so umweltbewussten Deutschen doch mal messen, oder?

Interessant war es auch, den Unterricht zu besuchen. Wir waren natürlich gespannt zu sehen, ob einiges anders als bei uns läuft. Uns ist aufgefallen, dass für die finnischen Schüler die Schule so etwas wie ein zweites Zuhause ist. Das zeigt sich unter anderem daran, dass sie während des Unterrichts in Socken im Klassenraum sitzen. Sie sprechen ihre Lehrer mit Vornamen an – siezen sie aber trotzdem. Beeindruckend sind ihre Englischkenntnisse, was sich auch dadurch erklären lässt, dass sie von klein auf englische Filme mit finnischen Untertiteln schauen. Insgesamt sind zwischen 16 und 25 Schülern in einer Klasse. Der Unterricht läuft sehr ruhig ab, und die Klassen haben keinen eigenen Klassenraum wie wir, sondern sie wechseln für jedes Unterrichtsfach den Klassenraum. Es gibt auch „special support teacher“, die Schülern Nachhilfe geben, damit jeder Schüler die Möglichkeit hat, „mitzukommen“. In Finnland ist das Essen in der Mensa für alle Schüler kostenlos – das hat uns sehr überrascht. Da nimmt man es auch gelassen, wenn die Qualität des Essens nicht immer mit der unsrigen zu vergleichen ist.

Ein Höhepunkt unserer Reise war die Busreise nach Rovaniemi/Lappland, wo wir am Polarkreis waren und den wohl nettesten und beliebtesten Mann des Nordpols – Santa Claus – besuchten. Seine Geschenke finanziert er wohl von den Touristenfotos, die er mit weihnachtlichem „HoHo“ zu verkaufen weiß.  Anschließend erworben wir noch den Rentierführerschein, indem wir kühn eine Rentierschlittenfahrt antraten. Das war wirklich toll!

Das stundenlange Fahren durch die märchenhafte Schneelandschaft Lapplands war schon ein Erlebnis. So richtig abenteuerlich wurde es, als wir – wie am Ende der Zivilisation angekommen – in einer alten Schule übernachteten, wo nur unsere europäischen Freunde und wir waren.  Den Abend ließen wir gemütlich in einem Holztippi mit Lagerfeuer und knackigen Grillwürstchen ausklingen.

Eisig war es dann am nächsten Morgen im drittgrößten „Snowcastle“ der Welt in Kemi, wo neben Eisskulpturen zum Thema „Romantischer Nationalismus“ auch ein Hotel mit Restaurant zu finden war.

Unsere Reise als URS-Botschafter in das abgelegene Finnland hat sich außerordentlich gelohnt. Wir wurden warmherzig aufgenommen und haben viele Erfahrungen gesammelt und Freunde gefunden. Es war für uns besonders hilfreich, dass wir uns intensiv in der Comenius-AG auf unsere Reise vorbereitet haben.

Wir freuen uns schon jetzt auf den Besuch unserer europäischen Partner im September 2010. Dann sind wir die Comenius-Gastgeber!

Jolene Lemke, Andreas Paetsch, Johanna Paul (alle 10G3)

 

           

 

 

Auf dem Weg in den hohen Norden 

„Hyvää  päivää!“

 

So  begrüßte uns am vergangenen Montag (22.2.2010) „unsere“ Finnischlehrerin Frau Reukauf. Auf Deutsch: „Guten Tag“

Frau Reukauf, ehemalige Lehrerin unserer Ursulinenschule,  ist in Finnland geboren und unterrichtete uns in Sachen ‚Finnisch for beginners‘, damit wir „well prepared“ die Finnen mit unseren Sprachkenntnissen beeindrucken können, wenn es am kommenden Sonntag losgeht. 

Doch bevor wir die ersten Gehversuche in dieser wirklich fremden Sprache unternahmen, stellte unsere Lehrerin zunächst Einiges in Bezug auf Land und Leute klar: Auf eine Begrüßung per Handschlag lege man in Finnland keinen Wert. Mit einem höflich-distanzierten Lächeln wünsche man sich ein „Hyvää päivää“ („Guten Tag“), wobei man aber auch auf „Hyvää“ verzichten könne.

Auch werde nicht viel gesprochen, aber im Zuhören sei „der Finne“ gut (anders als hier, wo oft viele sprächen, aber keiner zuhöre.)

Bei einer so geringen Bevölkerungsdichte sei die Kontaktscheu auch nicht weiter überraschend: in Finnland leben pro km2 16 Finnen (im Vergleich dazu in Deutschland: 230 Einwohner/km2). Die Bevölkerung beläuft sich auf 5 Mil. (in Deutschland: ca. 82 Mil. Wir vermuten also, dass wir wohl mehr Rentiere als Finnen auf unserer Fahrt kennen lernen werden. 

Auch über die Geschichte Finnlands lernten wir etwas, z.B., dass sich das Land oft als Insel gefühlt habe: auf der westlichen Seite das Meer, im Osten die Grenze Russlands. Da sei es nicht erstaunlich, dass man gewisse Eigenheiten über Jahre hinweg kultiviert habe.  

Anders als in anderen europäischen Ländern wünsche man sich in Finnland vor den Mahlzeiten keinen „Guten Appetit“, sondern man bedanke sich nach dem Essen mit einem „kiitos“ („Danke“) bei der Köchin.

Die sehr beliebte Sauna werde von den scheuen Bewohnern selbstverständlich nur von Männlein und Weiblein getrennt benutzt, aber ohne Badebekleidung (uuih!). 

Dann kam der für unseren bevorstehenden Austausch so wichtige Sprachkurs.

Finnische Floskeln wie „Miten sinä voit?“ („Wie geht es dir?“) können wir jetzt mit „Kiitos hyvin“ („Danke, gut.“) problemlos (nicht wirklich!) beantworten. Ausdrücke wie  „Minä  olen saksalainen“ („Ich bin Deutsche“) haben uns verzweifeln lassen.  Auch dass Fr. Reukauf betonte, dass das Finnische so gesprochen werde, wie man es schreibt, war uns kein wirklicher Trost. 

Hier noch ein paar Ausdrücke zum Selbst-Nachsprechen. Wer weiß, vielleicht trefft ihr mal auf einen Finnen: 

Mikä on sinun nimesi ?        Wie heißt du?

Minun nimen on  Lisa.          Ich heiße Lisa.

Minä  olen saksalainen.        Ich bin Deutsche.

Sinä olet suomalainen.         Du bist Finne/in.

Tämä on hyvää?                   Was ist das?

Missä on WC?                     Wo ist die Toilette? (ist doch auch wichtig zu wissen,  oder?)

Minä pidän sinusta.              Ich mag dich.

                                          Vorsicht! In Finnland  kann das schon als aufdringliche Liebeserklärung verstanden werden!)

Tämä on hyvää.                   Es schmeckt gut.

Kiitos.                                 Danke.

  Besonders gespannt sind wir auch darauf, wie das Schulleben in unserer Partnerschule abläuft. Seit PISA ist Finnland auch auf diesem Gebiet „kurios“.

 Andere Länder - andere Sitten!  J

Hyvästi! – Tschüss! 

Jolene und Lemke und Johanna Paul, die Ursulinen-Botschafter im Finnland-Fieber

 

Die Vorbereitungen für Finnland laufen!

Vom 28.02. bis 06.03.2010 reisen 6 Schüler aus den Jahrgangsstufen 10 und 11, die auch in der Comenius-AG aktiv sind, und 4 Lehrer als Botschafter der Ursulinenschule zu unseren Partnern nach Oulu ins nördliche Finnland. Oulu ist eine Stadt mit ca. 130.000 Einwohnern 600 km nördlich von der finnischen Hauptstadt Helsinki.

Wir sind sehr gespannt auf die Menschen, mit denen wir sechs Tage intensiv zusammenarbeiten werden, und hoffen, auch über diese wenigen Tage hinaus Kontakte knüpfen zu können.

Das Programm, das die finnischen Gastgeber für uns vorbereitet haben, klingt sehr vielversprechend: Neben der Arbeit an Projektthemen (Kunst und Essen, gemeinsames Zubereiten von landestypischen Gerichten, der Einfluss des Russischen auf die finnische Küche, die „great depression“ und ihre Bedeutung für die damaligen Essgewohnheiten) wird es auch „snow activities with campfire“ und eine Kurzreise nach Lappland geben.

Die Arbeitssprache ist vorwiegend Englisch.

Nach unserer Rückkehr werden wir natürlich über unsere Erlebnisse berichten.

Zu unseren Vorbereitungen in der AG zählen:

  •  Präsentation zum Kunstprojekt zum Thema Art and Food  (Hr. Löcken/Klasse 9G3

  •  Präsentation zur Weltwirtschaftskrise 1929-1932, die in Finnland eine Rolle spielen wird

  •  Einladung durch unsere Schüler zum nächsten Treffen im September in Fritzlar

  •  Gestaltung der Homepage www.restaurant-rendez-vous.com

  • Dokumentation von weiteren Projekten (Fr. Nießner: Süßstoffe / Sr. Helga: Essen in der Bibel (Klasse 10G3)

  •  Arbeit an dem European cookery book : Apfelkuchen und Stollen (Fr. Baumarth/Klasse 7h)

  •  Vorstellung von Büchern, die mit Ernährung im weitesten Sinn zu tun haben

  •  kurze Einführung in die finnische Sprache (Fr. Reukauf, ehemalige Lehrerin der Ursulinenschule)

  •  Planung der Vorstellung des Comenius-Projektes in den Jahrgängen 6-8

  •  Gestaltung des Comenius-Schaukastens (beim Büro von Herrn Dietrichkeit)

Ausblick

Nach den Osterferien gilt unsere Arbeit der Vorbereitung des nächsten Treffens im September, bei dem wir die Gastgeber sind, sowie der Planung und Dokumentation weiterer Projekte.

Organisation

Unsere Treffen finden weiterhin mittwochs von 13.45 bis 16.00 Uhr in St. Cordula statt. Die genauen Termine werden im Schaukasten bekannt gegeben oder können bei uns erfragt werden. Zurzeit arbeiten etwa 17 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 7-11 in der AG mit.

Wer noch mitarbeiten möchte, ist herzlich willkommen!

Kontakt:          Fr. Anders und Hr. Wefing

Email: b.anders@ursulinenschule.de / k.wefing@ursulinenschule.de

Birgit Anders und Klaus Wefing